Spendenprojekt 1: Hilfe im Behördendschungel
Hintergrund
Die deutsche Bürokratie ist selbst für viele deutsche Muttersprachler*innen überfordernd. Umso mehr betrifft dies Geflüchtete und Migrant*innen. Zu Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland kennen sie das Behörden- und Hilfesystem noch nicht und haben oftmals Probleme mit der Verständigung.
Gleichzeitig ist es in den ersten Jahren in Deutschland essenziell, keine Fehler im Umgang mit Behörden zu machen. Wenn man beispielsweise Sozialleistungen und Kindergeld bezieht, weil man auf beides einen Anspruch hat, aber versäumt, einer der beiden Behörden den Bezug der anderen Leistung rechtzeitig zu melden, werden schnell Sanktionen und Betrugsvorwürfe erhoben, die Menschen zwischenzeitlich mittellos da stehen lassen und im schlimmsten Fall das Aufenthaltsrecht kosten können.
Geplante Maßnahmen
Deshalb möchten wir eine regelmäßige Formular-Sprechstunde anbieten, in der wir unseren Ratsuchenden helfen, Formulare z.B. von Sozialamt, Familienkasse, Elterngeldstelle und vielen mehr auszufüllen und schrittweise die Behördenkommunikation allein zu beherrschen.
Die Sprechstunde ist mit Ehrenamtlichen besetzt, beispielsweise Studierende, ehemalige Praktikant*innen und Sprachmittler*innen, die wir bereits kennen und die für ihre Arbeit eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten sollen. Sie werden von unseren hauptamtlichen Berater*innen eng begleitet.
So können unsere Ratsuchenden mit Zeit und Ruhe üben, die Formulare selbst auszufüllen, ihnen werden die Fragen übersetzt und erklärt. Sie kommen so Schritt für Schritt besser mit der Behördenkommunikation zurecht, was auch eine wichtige Fähigkeit für die
Arbeitsaufnahme ist.